Ralph-Johannes Lilie: Byzanz – Geschichte des oströmischen Reiches

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Es handelt sich hierbei um ein Sachbuch des bekannten Byzantinisten Ralph-Johannes Lilie, welches das Ziel verfolgt, die tragendsten Ereignisse in der Geschichte des byzantinischen Reiches chronologisch auf 120 Seiten zu versammeln.

Auswahl:

Jeder, der weiß, wie langlebig das byzantinische Reich war, wird sich bei diesem Buch die Frage stellen: Wie kann man ausgerechnet die Geschichte dieses langlebigen Reiches auf 120 Seiten erzählen? Lilie selbst gibt in seinem Nachwort zu, dass das Buch ein Kompromiss des Verlagswillens und seinen eigenen Zielsetzungen ist. Sehr angemessen legt der Autor dar, dass diese Zusammenfassung exakt das ist: Eine Auswahl der Daten und Ereignisse, die Lilie selbst für relevant hält – wobei man diese beliebig noch um viele andere Informationen ergänzen kann bzw. Lilies Auswahl auch anders gestalten könnte.

Ich finde es sehr gut, dass der Autor diese ebenso ehrlichen wie notwendigen Aussagen über seine Abhandlung trifft, denn man die Geschichte eines derart langlebigen Reiches i der Tat nicht annähernd lückenlos auf 120 Seiten versammeln. Ich persönlich, der ich mich seit Jahren immer mal wieder mit dem byzantinischen Reich beschäftige, aber weit davon entfernt bin, die Dynamik des Reiches zu verstehen oder auch nur im Ansatz alle wichtigen Daten auf dem Schirm habe, finde, dass Lilie hier meinen Eindrücken nach eine sehr gute bis exzellente Auswahl getroffen hat.

Leser, die sich für das byzantinische Reich interessieren, aber nicht bereits versiert in seiner Geschichte sind, finden in diesem Buch eine sehr konzise wie übergreifende Abhandlung der Geschichte; wobei es der Autor aus meiner Sicht geradezu grandios schafft, die Geschichte nicht nur auf ihre Daten herunterzubrechen, sondern diese auch miteinander zu verbinden; er bildet so die Prozesse der Geschichte sehr gut begreiflich und übersichtlich ab. Mangels eigener Expertise kann ich nicht sagen, ob alle Angaben im Buch korrekt sind, aber – und das finde ich wesentlich wichtiger – man durchläuft die Geschichte in 120 Seiten und hat hinterher wirklich den Eindruck, die wichtigsten Ereignisse begriffen und mitgenommen zu haben. Man entwickelt ein Gespür für die Aufs und Abs – und das ist großartig.

Sprache:

Konzise, klar verständlich, unverschnörkelt. In einem Wort: Wunderbar. Die leserfreundliche, unverfälschte Sprache hat mir persönlich sehr dabei geholfen, die Lektüre der Abhandlung so zu genießen, wie ich sie genossen habe. Der Autor konzentriert sich auf das, was er sagen will (das Wesentlichste!) und zieht das aus meiner Sicht sehr gekonnt und gelungen durch.

Fazit:

Eine absolut gelungene Einführung über die wichtigsten Daten, Ereignisse und Prozesse. Auch wenn der Autor über seine Abhandlung selbst sagt, sie beinhalte wenige kulturelle Inhalte, so möchte ich dagegenhalten, dass ich absolut beeindruckt davon bin, wie viel er auch von diesen Inhalten auf den 120 Seiten des Buches versammelt hat. Wer sich bereits gut mit der Geschichte des byzantinischen Reiches auskennt, ist dagegen mit ausführlicheren Werken besser bedient.

 

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